Help!

Aktualisiert: Apr 28



Wie geht es dir mit der Aussprache folgender fünf Sätze und wie fühlst du dich dabei? Versuche die Worte in dir zu spüren, wenn du sie aussprichst:


Bitte.

Danke.

Ich liebe dich.

Verzeih mir (bitte).

Hilf mir (bitte).



Willkommen im Neuen Jahr,


. . . in einer neuen 200-Jahr-Epoche, in einem neuen Zyklus im Zeichen der Luft, die für den Geist steht und damit die Erd-Qualität, also alles Materielle ablöst - im wahrsten Sinn des Wortes. Hätten wir uns das vor einem Jahr noch gedacht? Hilfe! Was passiert hier?


Die (Helden-) Reise beginnt.


Möglicherweise hat sich der eine oder andere von euch mit den Rauhnächten befasst. Sie bezeichnen die Tage “zwischen den Zeiten” - das sind jene, zwischen Weihnachten und Heilig drei König. Rituale können in dieser Zeit die Selbst-Einkehr unterstützen, damit sich neuer Raum entfalten kann. Kurz zur Erklärung: Jede Rauhnacht, die auch den Tag nach der Nacht einschließt, wird einem Monat des neuen Jahres zugeordnet.

Ihr wisst vielleicht, dass ich beim Schreiben des Beitrages einfach meine Gedanken fließen lasse und schau, was da so daher kommt. So folgte ich an dieser Stelle meinem Impuls, nahm meine Bücher zur Hand und schlug über die “25” nach. In der Numerologie, wie auch in den Rauhnächten wird die 25 dem Monat Jänner zugeordnet. Ich lese im Rauhnächte-Buch, dass diese Zahl dem Helfen, dem zu Hilfe kommen zugeordnet ist. In meinen Ausbildungsunterlagen der numerischen Kabbala steht dazu: “Das Ziel liegt im Erkennen des Wertes in sich und in den anderen sowie im Einsatz des Intellektes für sich und für die Gemeinschaft.” . . . Was für ein “Zufall”, dass der Inhalt/das Thema dieses Beitrages von Anfang an klar war. Und wer mich kennt, weiß, ich glaube nicht an Zufälle. Zufälle sind Momente, in denen man im Fluss ist, wenn man präsent ist, Eins ist.


Das mit der Hilfe ist halt so eine Sache. Gedanken wie: “Ich kann doch alles selbst!” oder Ähnliches kommen auf. Ihr kennt das vielleicht. Man will sich der Gesellschaft nicht gerne als Versager sondern als Multitalent und Alleskönner präsentieren. “Ich kann alles, was du brauchst und noch mehr.” ist der Schlüssel, der Türen öffnet(e). In meiner Generation wurde man zumindest großteils noch so geprägt. In Bewerbungsgesprächen sagte ich das, was die anderen hören wollten, habe mich sehr gut verkauft und den Job natürlich bekommen. Nun, wenn sich ein solches Muster ein paar Mal bewährt, warum sollte man es nicht auch in anderen Bereichen anwenden? “Erfolgreich!”, sagt das Ego. “Manipulativ.”, sagt die Seele.


Unsere Lebenserfahrung führt uns in neue Erkenntnisse, zeigt uns eine andere Wahrheit und sorgt für Richtungsänderungen auf unserem Weg. Bei einigen geschieht das gerade jetzt. Bei mir so eingetroffen vor zirka zehn Jahren. Mein altes Muster sollte in Istanbul (2012-2014) einer neuerlichen Überprüfung unterzogen werden: Habe ich das Thema gelernt und verstanden? Das geschieht übrigens immer wieder aufs Neue, bis wir die Muster erkennen, wahrnehmen und dadurch zu ändern vermögen. Kennt ihr den Satz: “Wieso passiert mir das immer?” - Genau davon spreche ich gerade. Ich bekam meine erneute Prüfung im Außen, in der mir anfangs noch so unvertrauten türkischen Stadt am Bosphorus: Als manipulativen Einsatz großer Wimpernaufschläge begleitet von inszenierten Dramen sondergleichen. Als Versprechen von Hilfeleistungen, die in dieser Kultur mehr einem Akt der Höflichkeit dienen, jedoch selten der Realität entsprechen. Hilfe ist also keine Selbstverständlichkeit! Ich kann nur sagen, es war eine sehr lehrreiche Zeit. Was ich allerdings auch erfahren durfte ist, dass man anderen eine Freude bereitet, ja, ihnen vielmehr sogar die Ehre erweist, wenn man sich helfen lässt. Dass ein Anderer dich als “Lehrer” (Hoça) betrachtet, besonders wenn man älter ist und/oder wenn man tatsächlich den Beruf eines Lehrers inne hat. Männer tragen die Handtaschen der Frauen, nicht um der gesellschaftlichen Stellung der Frau willen. Dazu muss man kein Paar sein. Dieses rituelle Angebot, fast schon eine Bitte, wurde für mich mit der Zeit zur Gewohnheit und selbst ein höfliches “Nein, nein, geht schon, danke!” half mir da seltenst weiter. Im Grunde war ich froh darüber, denn meine Taschen waren immer schwer. Ich muss lachen, wenn ich an diese für mich damals teils befremdlichen Erlebnisse zurückdenke, gleichzeitig überströmt von einer glückseligen Dankbarkeit sie erfahren zu haben.


Werden wir um Hilfe gebeten, gilt es natürlich herauszufinden: Ist der Mensch wirklich hilflos oder wählt er nur den bequemeren Weg? Deshalb ist es wichtig die Hilfsbereitschaft vom Helfersyndrom und von einer ausnutzenden Haltung zu unterscheiden. Womit hilfst du dir selbst in der gegebenen Situation am besten? Beispielsweise können wir uns dazu entscheiden gerade mal so viel Hilfe geben, wie nötig ist, damit der andere sich selbst helfen kann. Manchmal ist es auch für alle Seiten hilfreich Nein zu sagen. Somit kann jeder in seine Selbsterfahrung gehen, um damit gegebenenfalls das alleine Zurechtkommen zu lernen oder der Selbstliebe willen das Nein sagen zu üben. Eine Überlieferung besagt, dass ein Angebot zur Hilfe dreimal erfolgen soll. Dann allerdings dürfen wir bei Ablehnung akzeptieren, dass unsere Hilfe unerwünscht ist. Das Annehmen der Entscheidung des anderen kann also durchaus auch unser eigenes Lernthema sein, sich etwa abgewiesen zu fühlen. Das wiederum spannt den Bogen zu unseren Glaubenssätzen und Mustern, die wir loslassen und transformieren dürfen. Alleine schon das Erkennen, dass das Handeln des Gegenübers immer mit uns zu tun hat, bringt uns weiter auf dieser hochinteressanten Reise zu uns selbst.


Im Duden findet man 51 sinnverwandte Wörter zu “Hilfe”. Jenes, das gleich unter allen angeführten meinen Blick auf sich zog, ist das Synonym “Dienst”. Erinnere dich nochmals an den Satz am Beginn:


“Das Ziel liegt im Erkennen des Wertes in sich und in den anderen

sowie im Einsatz des Intellektes für sich und für die Gemeinschaft.”


Mit dem Einsatz unserer Fähigkeiten erweisen wir also uns selbst und auch anderen einen Dienst. Die sogenannten Karma Yogis fallen mir hier spontan ein - ihr kennt sie, die freiwillig helfenden Hände in den Yogastudios. Das Vorlassen eines anderen an der Supermarktkasse, das Offen- oder Aufhalten einer Türe für jemanden, der vielleicht gerade keine Hand frei hat, das Überlassen eines Sitzplatzes oder das Aufheben eines Gegenstandes, der jemanden zu Boden gefallen ist. Die Beispielliste ist erweiterbar. Und Du merkst, es sind vermehrt Kleinigkeiten, die wir ihr hinzufügen, weil sie uns wichtig sind. Es sind unsere Werte, die regelmäßig unter den Prüfstand gestellt werden.


Hilfsbereitschaft ist ein sogar sehr hoher Wert in jeder sozialen Gemeinschaft. Sie stärkt jedes einzelne Gruppenmitglied und (er)schafft ein positives Klima. Zur Zeit erfahren wir scheinbar einen “Klimawandel” (wie Oben so auch Unten - das Gesetz der Spiegelung), der in den unterschiedlichsten Reaktionen zum Thema Hilfe sichtbar wird. Die Distanz und die Angst behindern uns in unserem gewohnten Hilfe-Akt, der an sich in der Natur eines jeden gesunden Menschen liegt (Instinkt). Ein Beispiel: Ich ging erst kürzlich in Schönbrunn spazieren. Einem älteren Herrn, er war schlecht zu Fuß, fiel ein Handschuh zu Boden und er hatte sichtlich Mühe, sich zu bücken. Ich offerierte ihm verbal meine Hilfe und deutete eine Schritt in seine Richtung an. Mit einem erzwungenen, kräftigen Ruck nach unten ergriff er den Fingerling, als ginge es um sein Leben, als müsse er flüchten. In der Tat. Der Ausdruck in seinem Gesicht war jener von “Bleib mir fern!” und sein Energiefeld meldete Panik. Ohne ein Wort zu sagen, stapfte er mit erstarrter Mimik weg …


Für mich spürt es sich gerade so an, als ob die neue Höflichkeit daraus besteht, nichts zu sagen und sich fern zu halten. Ein Agieren, das sich als neuer Wert etabliert. Es erinnert mich an die Erfahrung meiner Vipassana-Meditation, in der man 10 Tage lange nicht spricht, sich nicht ansieht und dem anderen damit Raum gibt. Es geht nur um einen selbst, um die Möglichkeit sich zu finden, sein wahres Sein zu erkennen. Zu Beginn gab es einige “Hoppalas”: meist ein “Bitte” oder “Danke” mit einem freundlichen Lächeln und Blickkontakt … Man gewöhnt sich jedoch rasch an die Absenz, denn jeder weiß, dass das Gegenüber in dieser Gemeinschaft die Handlung auch ohne Blick und Wort schätzt. Man bleibt in der Achtsamkeit, den anderen und sich selbst gegenüber. In der Definition der Vipassana-Meditation steht folgender Absatz geschrieben:

Vipassana ist ein Weg der Selbstveränderung durch Selbstbeobachtung. Der Fokus liegt auf der tiefen Wechselbeziehung zwischen Körper und Geist, die durch eine geschulte, auf die körperlichen Empfindungen gerichtete Achtsamkeit auf direktem Wege erfahren werden kann. Diese Empfindungen bestimmen das Leben des Körpers und beeinflussen so im ständigen Wechselspiel die Konditionierung des Geistes. Die auf eigene Beobachtung gründende, selbsterforschende Reise zu dem gemeinsamen Ursprung von Geist und Körper löst die geistigen Unreinheiten auf und führt zu einem ausgeglichenen Geist voller Liebe und Mitgefühl. [Quelle: https://www.dhamma.org/de/about/vipassana]

Vielleicht erinnert ihr euch noch an jene vorangegangene Beiträge, in denen ich das Thema Meditation erwähnte. Unter anderem schrieb ich dazu mal, dass ich mich hinsetzen und Stunden lang meditieren könnte, dies jedoch als eine Art Flucht aus der uns gestellten Aufgabe sehe. Es war mir damals noch nicht ganz klar, warum. Jetzt erst habe ich den tieferen Sinn dahinter verstanden, wie sich dieses Sein, das ich aus der Meditation kenne, im Alltag offenbart. Ich kann das Mitgefühl, das sich in mir zeigen möchte, erkennen. Ich kann durch die Distanz meinem Gegenüber helfen, in seiner eigenen Empfindung zu bleiben, wenn er das anstrebt. Ich kann mich frei entscheiden, wie ich mich konditionieren möchte: Reflektiere ich auf die Angst oder den Unmut des Anderen oder aber lebe ich die Liebe und das Mitgefühl. Diese C.- Zeit hat es also wirklich in sich: Es gibt keine bessere Möglichkeit für das Gemeinwohl, diese Qualitäten durch unsere Distanz - unsere Innenschau - zu erkennen und zu erforschen.

Es ist der Aufbruch in eine neue Zeit.

Lass dich nochmals zum Beginn dieses Beitrages zurückbringen - ins Hineinspüren in die fünf Sätze. Nutze sie. Hilf dir damit, dich besser kennen zu lernen. Sprich sie zu dir selbst, aus tiefstem Herzen. Spür, was diese Worte in dir berühren. Erfahre, welchen Dienst sie dir und damit auch der Gesellschaft erweisen können.


Dieses wunderbare Gefühl, das sich dabei einstellt, das bist Du. Es ist

deine wahre Essenz.


Im intuitiven Coaching arbeite ich individuell und, wie der Name schon sagt, intuitiv zu unterschiedlichen Themen, die dich bewegen. Kreative Mittel, wie Kabbala, Theta Healing, Kartenlegung, Heilsteine, Essenzen, Rituale, Musik und Meditationen, die die Sprache der Seele sprechen, helfen dir, den Zugang zu deiner Essenz und die Verbindung zur geistigen Welt wieder zu öffnen.

Preis: ab € 28,- (30 Minuten)


Wenn auch du bereit bist, Einzigartigkeit und Fülle zu leben, stehe ich dir beratend sehr gerne zur Seite und freue mich, von dir zu hören.​ > Terminvereinbarung.


Herzlichst,





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